Geschichte der Filialkirche Perach

Filialkirche Perach

 

Filialkirche zum hl. Apostel Andreas und hl. Rupertus in Perach

Schon vor 1000 Jahren hatten die Domkleriker von Salzburg, Gotsmann und Engilprecht, Besitzungen in Perach. Die Spuren einer kleineren Kirche wurden 1972 im Boden gefunden. Wohl im 11. Jh. wurde dieser vorromanische Bau um etwa 2 m nach Osten verlängert und im 15. Jh. durch Einbau eines gotischen Netzgewölbes mit runden Wanddiensten umgebaut. Der Dachreiter wurde 1681 erneuert. Dem Eingang im Süden ist eine offene Vorhalle, genannt Obst'n, vorgesetzt. Darin das Kriegerdenkmal und ein alter Schalenstein für Wachsopfer. Das Tuffstein-Portal hat einen spitzbogigen Schluß und eine eichene Türe mit Lilienbeschlag, wie auch die Sakristeitüre (15. Jh.).

Portal der Kirche

Innenansicht Kirche

Gesamtaufnahme der Fresken in Perach

Das Wertvollste der lnnenausstattung ist der Freskenzyklus im Altarraum. Er stammt aus der 2. Hälfte des 15. Jh. Er ist ein Glaubensbuch in Bildern: Mittelpunkt ist der Schlußstein mit Christi Haupt. Von ihm geht alles aus, auf ihn läuft alles zu. Vor ihm das Lamm Gottes über der Opferstätte und der erste Blutzeuge Stephanus. Auf dem 2. Schlußstein eine Rose für Maria, die ''mystische Rose''. 

 

St. Markus

Hl. Kirchenlehrer Ambrosius

Dann reihen sich darum die Symbole der vier Evangelisten: ein Adler (Johannes), ein Löwe (Markus), ein Engel (Matthäus) und ein Stier (Lukas). 
Die Evangelien werden angedeutet durch die vier abendländischen Kirchenväter: (wieder von links nach rechts) der hl. Augustinus, Ambrosius, Gregor der Große und Hieronymus. Die eine hl. katholische Kirche besteht aus Einzelkirchen, den Bistümern. Darum rechts der hl. Rupertus (Perach gehörte bis 1816 zur Erzdiözese Salzburg) mit dem Salzfaß und auffälligerweise mit dem Bären des hl. Korbinian. Letzterer Umstand und die deutsche Beschriftung mit dialektischem Einschlag der Namen (vgl. Marx statt Markus), deuten darauf hin, daß der unbekannte Freskant ein Altbayer war. Der kleinste Baustein der Kirche ist die Pfarrei, darum links der Pfarrpatron Bischof Ulrich. An der Nordwand sehen wir den hl. Leonhard als Gefangenenpatron und einen unbekannten hl. Bischof. Über der Sakristeitüre befindet sich ein noch nicht restauriertes Fresko: Christus und die zwölf Apostel, ''die treuen Zeugen des Glaubens'' mit einigen Sätzen des deutschen Glaubensbekenntnisses. lm Altarraum steht ein neuer Volksaltar, in der Wand ein neuer Tabernakel mit dem Ewigen Licht, in der Mitte das Altarblatt des früheren Hauptaltares, die Kreuzigung des hl. Andreas darstellend (um 1670). 

St. Rupertus

St. Ulrich

Seitlich im Langhaus bemerken wir zwei kleinere Figuren: der Auferstandene von Martin Pökh (um 1680) und St. Leonhard als Viehpatron mit Abtstab und Kette (ca. 1780). Oben ein wertvolIes Chorbogenkreuz (18. Jh.). Einige Tafelbilder zeigen die hl. Familie auf der Wanderung nach Jerusalem (''hl. Wandel''), die Verkündigung des Herrn, Maria mit dem Kind (Gnadenbild von Maria Dorfen) und den hl. Johannes Nepomuk. Zwischen Altarmensa und östlicher Chorwand befindet sich im Boden noch das Fundament der östlichen Chormauer des vorromanischen älteren Baues. Sie war flachrund, 80 cm stark und aus Bruchsandstein gemauert. Hier fand sich an der Nordwand eine Bestattung. St. Andreas ist ein liebenswertes, schönes Dorfkirchlein, das sich seinen altehrwürdigen Stil erhalten hat. In früheren Zeiten kamen Wallfahrer von Teisendorf, Anger, Salzburghofen, Weildorf u.a. zum hl. Apostel Andreas und zum hl. Rupert. 

lhr Jungen und Alten 
ihr arme und reich, 
Ihr große und kleine 
und alle zugleich: 
verehret den Herrn 
mit fröhlichem Schall 
mit beten und singen 
durch Berg und durch Tal! 


(Franz Parmpich!er, Geistliches Liederpuech 1744)

zurück